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Bücher in Flammen

Forschen Universität

Die Reproduktion des Stempels, der für das Kennzeichnen einiger Bücher in der Universitätsbibliothek Graz verwendet wurde. Fotos: Uni Graz/Ganglbaur

Ausstellungskuratorin Susanne Korbel vom Centrum für Jüdische Studien

Das Booklet zur Ausstellung mit dem titelgebenden Titat von Erich Kästner

ForscherInnen der Uni Graz beschäftigen sich mit der nationalsozialistischen Praxis des Büchermords. "Bücher, das wissen wir nun, kann man nicht verbrennen", so der Titel einer aktuellen Ausstellung im Foyer des Hauptgebäudes der Uni Graz.

Universität ist mehr als nur ein Ort, der Wissen wahrt und weitergibt. Besondere Aufmerksamkeit kommt gesellschaftspolitisch brisanten Themen zu - im Mittelpunkt stehen derzeit insbesondere jene Zeiten, in denen verfemtes Gedankengut bewusst in Flammen gesetzt wurde. Beim Betreten des Hauptgebäudes erinnert derzeit eine Ausstellung an die Bücherverbrennungen in Österreich vor 80 Jahren. Diese gibt auch Anstoß zur kritischen Reflexion der gelebten Praxis an der Universität Graz.

Gedenkjahr 2018

Verachtet, verboten und vernichtet wurden zur Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche künstlerische wie literarische Werke. Der spektakulärste und bekannteste Schauplatz dieser bedeutenden historischen Ereignisse war vor genau 80 Jahren am 30. April 1938 der Salzburger Residenzplatz. Die dort praktizierte Massenverbrennung verfolgte ein bestimmtes Ziel: "Forciert wurde eine Vertreibung, Zerstörung, Auslöschung von all jenem Gedankengut, das als ,undeutsch´ bezeichnet wurde. Es ging dabei um mehr als einen einmaligen Akt der symbolischen Verbrennung von Büchern. Ziel war eine umfassende Säuberung der Geisteswelt", so Gerald Lamprecht, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Jüdische Studien der Universität Graz.

Reflexion der Universitätsgeschichte

Die derzeitige Ausstellung gibt Anlass zu einem breiteren Blick auf das nationalsozialistische Phänomen und die Praxis des Bücherverbrennens. Die Sammlung zeigt eine besondere Auseinandersetzung mit der österreichischen - insbesondere der Grazer - Universitätsgeschichte. Dabei wird die ambivalente Funktion von wissenschaftlichen Bibliotheken im Nationalsozialismus beleuchtet, denen eine Sonderstellung zukam. Die ausgesonderten Bestände mussten in sogenannten Giftschränken weggesperrt werden. Nach dem Motto "Man muss das Gift kennen, um sich davor schützen zu können", sollten Universitätsbibliotheken von 1938 bis 1945 das "unerwünschte und schädliche Schriftgut", wie die NationalsozialistInnen es nannten, in eigenen Schänken wegsperren.

Bis Ende Juni im Hauptgebäude

Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni 2018 zu besichtigen. Kuratorin Susanne Korbel: "Das zur Schau Gestellte ist durch eine Kooperation zwischen dem Centrum für Jüdische Studien und der Universitätsbibliothek Graz entstanden und war bereits von 19. bis 30. April 2018 in der Steiermärkischen Landesbibliothek zu sehen. Besonderer Dank gilt dem Vizerektorat für Forschung und Nachwuchsförderung, der Universität Graz sowie dem David-Herzog-Fonds der steirischen Universitäten." David Herzog war Rabbiner und Professor an der Grazer Universität, dessen Lebenserinnerungen vom damaligen antisemitischen Bibliotheksdirektor berichten und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema prägen.

Veranstaltungsreihe

Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe "verbrannt und verbannt", im Rahmen derer die Grazer ForscherInnen Michaela Wolf, Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht von April bis Juni dieses Jahres stattfindende Lesungen sowie ein Symposium und andere Initiativen umsetzen.

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